Unsere Geschichte

Moderner Sessel schon seit 1934

Handskizze von Heinrich Kemper sen., 1934
Handskizze von 1934 und Heinrich Kemper sen. 2007
Für viele Menschen ist die Küche der Mittelpunkt des alltäglichen Lebens. Bei der Familie Kemper ist das anders. Zwar findet auch dort ein großer Teil des Lebens in der Küche statt, der Mittelpunkt ist bis heute aber ein einziges Möbelstück: der „moderne Sessel“. Und das mit Grund: 1934 ist mit genau diesem Sessel der Grundstein für das Familienunternehmen Kemper gesetzt worden.
Dass sein Meisterstück zu einem so traditionsreichen Unternehmen führt, hätte sich Heinrich Kemper sen. damals wohl kaum gedacht.

Die Ausbildung, 1925 bis 1928

Lehrbrief von Heinrich Kemper sen. nach Abschluss der Ausbildung, 1928
Lehrbrief von Heinrich Kemper sen., 1928
Mit 15 Jahren fing er im Juni 1925 seine Ausbildung zum Polsterer in Ochtrup an. Die große Arbeitslosigkeit in Deutschland machte 1930 aber auch ihm zu schaffen. Jobs waren rar, ­Stellen wurden gestrichen. Auf der Straße stand er damals aber nicht: Mit Sack und Pack zog Heinrich ins niederländische Ter Apel und sammelte dort bis 1933 Erfahrungen als Polsterergeselle.

Die Meisterschule in Hildesheim 1933 bis 1934

Meisterschule in Hildesheim 1933 bis 1934
Zeugnis und Abschlussfoto der Meisterschule, 1934
Gute Leistungen spornten ihn zurück in Deutschland an, seinen Meister zu machen. In nur viereinhalb Monaten gelang genau dieser Schritt. Mit Bestnoten bestand er im März 1934 seine Prüfung und durfte sich von nun an Sattler-, Polsterer- und Dekorateurmeister nennen. Aber nicht nur den Titel ­brachte er aus Hildesheim mit – im Gepäck war auch der von ihm entworfene „moderne Sessel“. Sein ­Meisterstück, bezogen mit einem melierten Velours, auf das er zu Recht stolz sein kann.

Die Geschäftseröffnung 1934 in Wettringen

Eröffnungsfoto des Geschäfts 1934
Eröffnungsfoto des Geschäfts 1934 und die Gewerbeanmeldung
Diesen Stolz hat er ab dem 1. Mai 1934 auch ­gerne der Öffentlichkeit gezeigt, als er seinen Betrieb an der Bergstraße eröffnete. Die ersten Geschäftsjahre liefen gut und Heinrich Kemper konnte sich vor Aufträgen kaum retten. Im 2. Weltkrieg musste er den Betrieb dann aber schließen. „Fast 10 Jahre ruhte mein Geschäft, aber nach meiner Heimkehr im Jahre 1949 ­konnte ich meinen Betrieb wieder aufbauen und ihn stetig vergrößern.“ In dieser Zeit wurden die kleinen Räume immer wieder zu eng. In den sechziger Jahren vergrößerte er deshalb den ­Betrieb und baute eine neue Halle.
Erste Anzeige aus der Festschrift zur 1100-Jahr-Feier der Gemeinde Wettringen, 1938.
Erste Anzeige aus der Festschrift zur 1100-Jahr-Feier der Gemeinde Wettringen, 1938

75-jähriges Firmenjubiläum 2009

Eine ­Sache aber blieb bestehen: der Meistersessel. Doch auch dieser war inzwischen in die Jahre gekommen und wurde zum ersten Mal neu bezogen. Streifen waren modern – und schmückten ab nun auch den Sessel, der im Wohnzimmer der ­Familie inzwischen seinen festen Platz eingenommen hatte. 1984 – 50 Jahre nach Geschäftsgründung – übergab Heinrich Kemper sen. den Betrieb dann an seinen Sohn Heinrich. Und mit ihm auch sein inzwischen grün bezogenes Meisterstück.
25 Jahre später steht dieser Sessel noch immer in der Firma an der Bergstraße – aber nicht in grün, sondern von Enkelin Julia frisch mit einem modernen, bestickten Leder bezogen. Genau so, wie ein „moderner Sessel“ heute auszusehen hat.

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